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Pullum Numidicum
von Scipio am 29.05.2012 10:41Numidien ist eine historische Landschaft in Nordafrika, ungefähr auf
dem Gebiet von Algerien und Tunesien. Caesar besiegte 46 v. Chr.
in der Schlacht bei Thapsus Numidien und gliederte es als Provinz in
das Römische Reich ein. Da die Menschheit wohl schon immer einen
Faible für exotische Küche hatte, wurde wohl auch folgendes Rezept
eingegliedert und fand sich wieder im Kochbuch des Apicius:
Zutatenliste: 1 Huhn
50 g Pinienkerne
4 Datteln
2 Zwiebeln
2 Nelken
1 Karotten
1 Rosmarinzweig
1 Lorbeerblatt
4 Esslöffel Liquamen (Sojasauce und Sardellen als Alternative)
2 Esslöffel Butterschmalz
2 esslöffel Olivenöl
½ Esslöffel Salz
1 Esslöffel Weinessig
1Teelöffel Honig
¼ Teelöffel gestossener Pfeffer
1 Messerspitze Koriandersamen
gemahlener Kümmel und gemahlener Pfeffer nach Geschmack
Ca. 2 Stunden Zubereitungszeit
Einen Sud bereiten aus 500 ml Wasser, Salz, mit Lorbeer und Nelken
gespickte Zwiebel, Karotte und Rosmarin bereiten. Das Huhn darin
45 min. kochen.
Nach dem Abkühlen zerschneiden, mit Pfeffer & etwas Liquamen
beträufeln und in Butterschmalz braten. Eine Sauce aus zerstampften
Pinienkernen, Pfeffer, Koriandersamen, Kümmel, einer klein gehackten
angerösteten Zwiebel, klein geschnittenen Datteln, Essig, Honig,
Liaquamen & Öl bereiten und 10 Minuten lang kochen. Mit Speisestärke
binden und über das Huhn giessen. Vor dem Servieren mit Pfeffer
abschmecken.
Guten Appetit wünscht
Scipio
Re: Prassertum zur Zeit Tacitus
von Scipio am 29.05.2012 10:04toller Beitrag - von den Kühlschränken wusste ich auch noch nichts.
Re: Die Speisekarte
von Scipio am 29.05.2012 09:56Die Herstellung von Liquamen oder Garum war sicher eine Herausforderung der man sich heute kaum mehr stellen möchte.
ich habe mal Surströmming probiert und der Geruch hat mich fast aus den Laatschen gehauen - so ähnlich stelle ich mir Garum auch vor.
Die Bilder sind toll.
LG
Scipio
Re: Die Speisekarte
von Siano am 28.05.2012 22:25Salve, Snoopy,
hast du wieder gut gemacht, deshalb
hatte ich an dich gedacht.
Wir hören uns noch..
Danke.
Siano
Re: Die Speisekarte
von Pompeius_Magnus am 28.05.2012 22:20Starker Artikel und sehr interessant zu lesen!
Danke Katja
Re: Anwärter auf das "Bild der Woche"
von Pompeius_Magnus am 28.05.2012 22:15Salve Snoopy,
das hast Du wieder ganz klasse gemacht. Sieht toll aus!
Römische Grüße, Pompeius Magnus
Anwärter auf das "Bild der Woche"
von Snoopy am 28.05.2012 20:56
Unser Attila 
Bild Quelle: Die Römer für Dummies von Guy de la Bédoyère
Quem fors dierum cumque dabit, lucro adpone! 
Jeden Tag, den das Schicksal Dir schenkt, verbuche als Gewinn!
Die Speisekarte
von Snoopy am 28.05.2012 20:32Im 4. Jahrhundert n. Chr. wurde eine Rezeptsammlung unter dem Namen Apicius
herausgegeben.
Zu vielen Rezepten gehörte Hönig, Essig und Fischsoße dazu.
Das waren die gängigen Geschmacksverstärker.
Die Römer kannten aber auch Salz, Pfeffer, Senf und unglaublich teure Gewürze
aus dem Fernen Osten.
Die Römer liebten besonders ihre Fischsoße, das garum, diese Maggi der Antike
wurde aus vergorenen Fischen hergestellt.
Besonders gut soll das garum aus Hispanien gewesen sein.
Gefäße zur Aufbewahrung von garum
Heute kann man Übersetzungen von Apicius kaufen und die Rezepte selbst ausprobieren.
Hier sind ein paar Gerichte, auf die man sich freuen konnte:
Als Vorspeise könnte es Salat mit Schnecken und Eiern, Gerstensuppe
und gesalzenen Thunfisch gegeben haben sowie Wein, der mit Schnee aus den Bergen gekühlt war.
Amphoren wurden in der Antike als Speicher- und Transportgefäße unter anderem für Öl,
Oliven und Wein benutzt.
Der Hauptgang bestand vielleicht aus Fisch, Schwein, Schweineeuter, Kaninchen,
gefülltem Geflügel oder Haselmäusen, die in speziellen Töpfen gemästet wurden, Schnecken,
die mit Milch so gemästet wurden, dass sie nicht mehr in ihre Häuser passten, oder Seeigel.
Heute wird die Haselmaus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN geführt
und genießt nach dem EU-Artenschutzabkommen einen besonderen Schutzstatus.
"Bitte nicht nachkochen"
Durch die Kochbücher des Apicius ist die Verwendung der Haselmaus als Delikatesse
in der altrömischen Kochkunst bekannt. Sie galt als besonderer Leckerbissen,
der mit einer Honigsoße serviert wurde.
Wein wurde aus dem gesamten Römischen Reich nach Rom gebracht.
Die Preise richteten sich nach der Qualität.
Sabinischer Wein gehörte zu den teuersten und kostete fast viermal so viel wie das billige Zeug.
Weinsiebe entfernten Feststoffe, der Wein war oft gewürzt, wurde sowohl warm
als auch kalt getrunken und meist mit Wasser verdünnt.
Bis auf die Maus "Mahlzeit".
Quelle: Die Römer für Dummies von Guy de la Bédoyère
Bild Quelle: Wikipedia
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Prassertum zur Zeit Tacitus
von Siano am 27.05.2012 20:44Tacitus findet, dass die Blüte des verschwenderischen übertriebenen
Prassertums zu seiner Zeit vorüber sei: Domitian lebte nicht so
verschwenderisch wie sein Amtsbruder Nero. Freilich gehen darüber
die Urteile der Generationen auseinander. 
Die Vorbereitungen für das Gelage fingen unter Umständen so an: Die Jagd auf
einen Hirsch und anderes Wild. Hier ein Motiv nach einem Kieselmosaik des Gnosis,
etwa um 31o v. Chr. Breite des Bildes ca. 3 Meter.
Abgesehn von einigen krassen Geschichten, die eben als etwas Auffallendes
verbucht wurden, hat der Luxus der Speisen auch zur Zeit Tacitus keinen so
großen oder ungeheuerlichen Umfang angenommen, wie die Sittenwächter
seinerzeit behauptet hatten. 
Aus dem harten Alltagsleben der Landbevölkerung, die die Essorgien erst möglich machten.
Dies Mosaik zeigt einige Arbeiter bei der Weinlese.
Die Beurteilung, man lebe jetzt einfacher, beruht zum Teil darauf,
das Fortschritte der Kochkünste zuerst auffielen, dann von den
Konservativen heftig getadelt wurden und dann sehr schnell zur
gewohnten Normalität übergegangen wurde, über die niemand
mehr ein Wort verlor.
Richtig ist, die Austern- und Fischkulturen, deren Produkte nur der
Feinschmecker unterscheiden kann, sowie die bei den Festessen
vorgesetzten Pfauen-und Flamingozungen, sind Luxus. Richtig ist
aber auch, das zahlreiche Gemüse- und Obstsorten, die vor Jahren
ein Leckerbissen der Oberschicht waren, ein Nahrungsmittel fürs
Volk geworden sind.
Zu Geld und Reichtum gekommene Römer standen den in Rom lebenden
Verwandten in nichts nach; sie leben ebenso auf großem Fuß wie die Elite in
der Hauptstadt oder auf ihren Besitztümern auf dem Lande. Bildmosaik zeigt
Sklaven und Bedienstete bei der Zubereitung des anstehenden Festmahles.
Bestimmt ist jede dieser Obstsorten von den Sittenrichtern mit Stirnrunzeln
empfangen worden, genau wie es vielen anderen Errungenschaften der
Küche erging. Seneca zum Beispiel tadelt ein Durcheinander von Fisch
und Muschel als eine Vergewaltigung natürlichen Nahrungsbedürfnisses.
Bald jedoch, wie konnte es anders sein, ist diese Suppe ein normales
Gericht, auch für den kleinen Mann - bis heute. 
Beliebte Speisen: Tauben in jeder zubereiteten Form. Kopie eines Mosaiks aus
dem 2. Jahrhundert v. Chr. gefertigt. Motiv wurde in der Villa des Hadrian bei
Tivoli, Rom, wiederverwendet. Höhe 85 cm und die Breite ist 98 cm.
Solche Dinge sind ein Fortschritt, ein Reicherwerden der römischen
Wirtschaft und Versorgung der Bevölkerung. Genau so das Auftreten
der rheinischen Gänse und Gänsebrüste, der Alpenforelle, des Alpenkäses
statt des einheimischen Ziegenkäses, des russischen Kaviars als Vorspeise
und des indischen Pfeffers als Gewürz.
Einige Beispiele der römischen Küche zeigen das Fresco aus Pompeiji,
ca. erstes Jahrundert B.C. Die Fisch und Meeresfrüchte sind gut zu
erkennen. Das Stilleben rechts davon, ein Mosaik, präsentiert uns
Enten, Muscheln und Wachteln. An letzteren macht sich gerade eine
Katze ran....
Der römische Koch Trimalchio war mit seinen Kochkünsten in der Lage,
Geflügel so zu zubereiten, dass die Gäste glaubten, es handle sich um
ein Fischgericht. Das normale Mittagessen am Hofe Trajans oder in den
Kreisen der reichen Leute, wie die des Plinius, bestand aus einem Gang
mit Muscheln, einer zubereiteten Eierspeise, Brot mit Honig, sowie Oliven.
Dabei wurde ein Landwein getrunken. 
Weinamphoren aus dem Archäologischen Museum zu Tarragona. Ausfuhr von Wein
und Essig ermöglichten einen blühenden Handel der anbauenden Provinzen.
Ein Papyrus überliefert uns ein Gericht, das ein wohlhabender Guts-
besitzer zum Anfang des zweiten Jahrhunderts seinen Gästen vorsetzte:
Fisch, Geflügel sowie Ferkel. Manche römische Kaiser legten ein besonderes
Gewicht auf üppige Mahle und gaben ein schlechtes Beispiel im Aussinnen
immer luxuriöser Festessen. Hunderttausende Denare wurden so an einem
Abend verfressen. Die Besoldung einer Legion....
Die gebildete Schicht fing an, sich für Lagen und Weingänge zu
interessieren, als Verständnis für die Kultur des Weines, nicht nur
für Saufgelage. Erleichterungen und Fortschritte in der römischen
Küchenkultur teilten das Schicksal erst als anstößig verurteilt zu werden,
um bald als Selbstverständlichkeit zu gelten. So zum Beispiel die eisge-
kühlten Getränke. Es kamen Kühlschränke auf und in den größeren
Städten lieferten gewerbliche Betriebe Eis und Schnee zum füllen derselben.
In römischer Tradition sind die Bilder der Pflanzen und Tiere der farbigen Mosaike.
So, hier ist erst einmal genug berichtet. Ich freue mich schon auf das
nächste Rezept von Scipio. Das erste Gericht, so hat Petra versprochen,
wird baldigst ausprobiert. Wie sagt Scipio:"Ist schweinelecker...."
Siano
Quellen: Naturalis Verlag/German Hafner.
Re: Ein Jugendtraum ging in Erfüllung
von Siano am 26.05.2012 22:57Liebe Katja,
schön dass es dir gefallen hat..
Du hast das Angebot, jeder-
zeit wieder zukommen und die
Exponate auch einmal auszu -
probieren: Wie trägt sich ein Helm,
Galea oder wie schwer ist ein
Kettenhemd, Lorica hamata und
wie weit schleudere ich einen Speer,
Hasta oder Pilum...oder komme
einfach zum schauen. Hat mir auch
Freude bereitet, dir und Nicolas
etwas über die Legion erzählen
zu dürfen. Wie gesagt, jederzeit...
Und danke für den Nachsatz....
kann ihn gut gebrauchen.
Herzliche Grüße
Siano

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